SPECHTART BÜHNE
SOMMERPROGRAMM 2008






















ilse kilic
liest










aus
monikas
chaosprotokoll




















fiktion als list
das, was man spricht, ist so oft falsch, dass ich mich frag, obs nicht das sprach an sich ist, was falsch ist. ist das sprach fiktion? ist das sprach list? ist das sprach chaos? spricht das sprach als phantasma? spricht das sprach als diktat? ist das bild ballast? ist das bild rivalin von das sprach? ist das bild list? ist list strafbar? ist list schicksal? ist das schicksal honig im salzfass? ist das schicksal das salzamt? ist das salzamt fiktion? bin ich noch da? klick mich an! am bildschirm pixlt das bild! millions of points! ich starr mich an! ich bin im bild! ich stoss am bildschirm an: das ist ja glas! ist das voodoo? ist das fiktion? was ist wirklich? bin ich wirklich, bin ich winzig, bin ich inhalt, bin ich form? schaff ich mich mit click, mit clack, mit drag and drop? falls ich winzig bin, was ist dann nicht winzig? bin ich im mini-kosmos, wo das all bloss clip-art ist? wo wir so winzig sind, dass wir bloss fata-morganas im fata-morganawald sind, wo wir also nichts sind, so winzig sind wir, falls wir nicht schon fort sind ...






























RALF BURNICKI
AUS DEM LYRIKBAND


AUF DER SUCHE
NACH EINEM NAMEN
FÜR DIE LUFT
IM MUND














nacht

die ausgeklappte wirklichkeit
architektur der erscheinung
zieht schwarze kittel an

abgeblendet sind einige
gegenständlichkeiten landkarten
oder pappkartons passkontrollen

in den wohnungen liegen die
körper dicht beieinander

schlaf
schweigen das zwischen
schulterblättern atmet

die gedanken rollen sich zusammen
wie blätter im herbst

alle glocken des körpers
liegen in fesseln
die die nacht zusammenzieht

nur die sterne
fallen noch lange
an hellen fallschirmen
vom himmel


















































guten morgen
ich habe keine schmerzen
fritz widhalm
audio



















































































hulliams kamlem





















ich habe zwei häuser verschluckt
noch vorm abendessen
und in einem glas absinth gewohnt


ich roch nach honigsüßer erde
und ließ die fünf kubikmeter fliege
mich ganz auffressen


ein gleisbett legte mich hin
bis in den tag hinein
habe ich alpträume zärtlich gepudert









































LISA SPALT/ TEXT
JÜRGEN RUCK/ GITARRE STIMME
CLEMENS GADENSTÄTTER/ KOMPOSITION

TAL PARA QUAL
SZENE NACH FRANCISCO
DE GOYA

wieso blickt er streng wächst dir kein busen, warum meckert er hast du haare, hä? dieser ist nicht gewachsen, die anderen sind aber dran schnarrt sie, dreht sich ab. nein bitte, das ist eine einbildung meckert er schöne frau, guten tag, guten tag. auch guten tag, depperter herr schnarrt sie freundlich, dreht sich ab, letztlich wiederholt sie geht es darum, hübsche muster zu finden, dass sie den damenhaften auftritt hinlegen kann, und das schnarrt sie so oft, wie es notwendig ist. nein bitte, das ist eine einbildung meckert er schöne frau, guten tag, guten tag. erstaunlich, erstaunlich schnarrt sie wie sehr sich ihr kopf gegen die betrachtung seiner selbst als mechanismus wehrt, so schnarrt sie, nämlich erstaunlich, erstaunlich schnarrt sie wie sehr sich ihr kopf gegen die betrachtung seiner selbst als mechanismus wehrt. guten tag, puppe meckert der herr, blickt streng. wieso blickt er streng wächst dir kein busen, warum hast du haare, hä meckert der.













audio




























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freunde von horst a. bruno
bearbeiteten seine texte
und inszenierten sie
als akustische ereignisse


ratennnatternratatouille
von brainsplatter
audio





schmetterling
von lilly / wien
audio






der zweite ärmel ist weg
ein kurzkurzakter

mitwirkende:
hans (resignierend auf der bühne)
elli (leicht und locker aus dem off )
günter (souffleur)




































































klaus
stadtmüller
buenos aires
argentinien

























klaus stadtmüller












für jandl mit jandl

ja herr pfa
ist so feit

ham hanflang
war die mutter
das wort
mutter gesagt:
sterne ausschneiden
daswortdaswort
dertraumdertraum
l`amour die tür
easy grammar
eat is poetry
und dingfest
auf dem stuhl ein hut
du sprecken deuts?
du sehen meinen passen

anzünden. ausblasen
einatmen. ausblasen
da musst er marschieren
eile mit feile
da fiel er um
zur melodienmelkmaschine
zu radetzkymarschen
wienerlich veränderlich
rennt in das gelächter
laut und luise
donnernde posaunen
mit tränendem gesicht
üch wüll spülen
verbreiten
auf schneeweißen seiten
wenn vor sich hin
er ein wort stelle
als trinkende uhr
leer und lehrer
was kotzt wie mops
als bläst der find
fen ferd ich fiedersehn?

reisen einige weit
aber einige baumeister
sind baumeister
wie wenige baumeister

sterben frizzi ist gesund........
werch ein illtum
...........
dass er zuletzt immer
.............
den raum allein betrete
........
vermehrend
..............
sein potential
..................
an asche
....................
ernstl komm
.................
erzähl vom tod
..............

von schlössern drei
vor kurzem weggang
sperre er zwei bloß

ja herr pfa
ist so feit



















die welt
im ewig währenden
gleichgewicht



























ein labilé von
joachim noack
berlin






















































































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matthias bronisch











nighthawks

warum sollte ich rein, entern, um zu kentern
nicht paris
new york oder wo
diesmal hat helena die wahl – lokal, locus amoenus
bei kaffee und salzstreuer
– so fängt man hasen – nicht häschen
In dublin ging’s otherway round
kinder in einem kettenkarrussel
einsames vergnügen
oder doch ein krimi? – krrrr-animalistisch, aber gesittet
kriemhild und roy
hagen wartet auf den blattschuss
doch der kerl trinkt nicht, nichts, gar nichts
na, frag ihn, ob er nicht ...
kommt kein drache aus der straße
schnurren, schnurre-kätzchen
pfotenleckerin
das mit sammetpfötchen dich umspielt

bad news is good news
Ich werd’s morgen erlesen lesen
beim kaffee
siegfried mausetot
hagen in his king’s castle
und kellner
ich heiße hase und weiß von nichts